Kurfürst Ruprecht III. (reg. 1398-1410)
Kurfürst Ruprecht III. wurde im Jahr 1400 erster deutscher König und nannte sich Ruprecht I. von der Pfalz. Er ließ das älteste heute noch erkennbare Wohngebäude des Heidelberger Schlosses, den Ruprechtsbau, errichten. Unter seiner Herrschaft beginnt man auch mit dem Bau der Heiliggeistkirche in der Stadt. Die Gründung der Universität geht auf Ruprecht III. zurück. Bei seinem Tod 1410 wird die Pfalz unter seinen vier Söhnen aufgeteilt.
Kurfürst Ottheinrich (reg. 1556-1559)
Kurfürst Ottheinrich regierte nur drei Jahre, gehört jedoch zu den bedeutendsten Kurfürsten. Er führte in seinem Land die Reformation ein. Ottheinrich ließ einen künstlerisch sehr bedeutenden Palast, den "Ottheinrichsbau", errichten, der ein hervorragendes Beispiel deutscher Renaissance-Baukunst ist.
Kurfürst Friedrich IV. (reg. 1592-1610)
Kurfürst Friedrich IV., der Gründer Mannheims, fügte in den Proportionen des Ottheinrichsbaus einen weiteren Palast hinzu, den sogenannten Friedrichsbau. Er sollte Kirche, kurfürstliche Wohnung und Torbau aufnehmen. Die Hoffassade dieses Gebäudes schmücken sechzehn kunstvolle Fürstenstandbilder.
Kurfürst Friedrich V. (reg. 1610-1632)
Unter Friedrich V. erlebte Heidelberg höchsten Glanz und tiefste Erniedrigung. Die Krönung seines Lebens war seine Wahl zum König von Böhmen im Jahr 1619. Die Truppen des "Winterkönigs" wurden von den kaiserlichen Mächten 1620 geschlagen, Heidelberg 1622 besetzt und zerstört: Das Ende des prächtigen Hofes war besiegelt. Mit den Prager Ereignissen war der Dreißigjährige Krieg ausgebrochen.
Über Friedrich wurde nach seiner Flucht nach Den Haag die Reichsacht verhängt, die pfälzische Kurwürde an die bayerischen Wittelsbacher übergeben und die Pfalz mit Krieg überzogen.
Die Bauten (Englischer Bau, Elisabethentor) und Gartenanlagen (Hortus Palatinus) Friedrichs V. zählen zum Originellsten, was zu jener Zeit an einem deutschen Fürstenhof entstand.
Elisabeth Stuart (1596-1662)
Die Tochter Jakobs I., König von Schottland (ab 1603 auch König von England) und Enkelin Maria Stuarts stammte aus dem europäischen Hochadel und wurde auf den Namen der englischen Königin Elisabeth I. getauft. Sie wurde in allen Fächern der höfischen Ausbildung der Zeit unterrichtet und heiratete am 14. Februar 1613 Pfalzgraf Friedrich V. Das Ehepaar galt als das "Traumpaar" seiner Zeit. 1619 wurde sie Königin von Böhmen. Nach der verlorenen Schlacht gegen die katholische Liga 1620 flüchtete sie zusammen mit ihrem Gemahl.
Elisabeth Charlotte von der Pfalz (1652-1721)
Liselotte von der Pfalz wurde als Enkelin Friedrichs V. im Heidelberger Schloss geboren. Sie verbrachte einen Teil ihrer Kindheit bei ihrer Tante Sophie in Hannover und begleitete ihren Vater, Karl Ludwig, auf vielen Reisen durch die Pfalz. Mit 19 Jahren wurde sie aus politischen Gründen gegen ihren Willen mit dem Bruder des französischen Königs verheiratet und hatte auf alle pfälzischen Erbansprüche zu verzichten. Als ihr Bruder Karl 1685 kinderlos starb, erhob Ludwig XIV. Erbanspruch auf die Pfalz und überzog diese mit Krieg.
Liselotte verbrachte 50 Jahre am Hof des Sonnenkönigs und schrieb von dort ca. 60.000 Briefe, in denen sie humorvoll und kritisch ein Sittenbild ihrer Epoche zeichnet. Sie traf in Versailles fast alle einflussreichen Fürsten und Persönlichkeiten Europas. Bis zu ihrem Tod 1722 war sie nie mehr in ihre pfälzische Heimat zurückgekehrt.
Salomon de Caus (1576-1626)
De Caus war ein wohl aus der Normandie stammender Architekt und Ingenieur. Mit Sicherheit hat er ausgedehnte Reisen unternommen, denn unverkennbar fließen in seine eigenen Schöpfungen manieristische Raffinessen ein, wie sie an den italienischen und französischen Höfen der Zeit in Mode gekommen waren. Einen "Wundergarten", dem de Caus viele Anregungen entnahm, sah er in Pratolino im Garten der Villa des Francesco de Medici.
Seit 1610 hielt er sich am englischen Königshof auf. Mit Elisabeth Stuart kam de Caus wohl 1613 nach Heidelberg und 1614 wurde er zum kurfürstlich-pfälzischen Hofarchitekten ernannt. In den nächsten Jahren widmete er sich der Gestaltung des Hortus Palatinus.
Karl Weysser (1833 – 1904)
Der in Durlach geborene Landschafts- und Architekturmaler, erwanderte seine Heimat mit dem Skizzenblock. Die Zeichnungen zog er später für die Komposition seiner Gemälde heran, die durch ihre Präzision bestechen. Heute sind mehr als 3000 Architekturzeichnungen sowie etwa 600 Gemälde und Studien aus seiner Hand bekannt. Der Stadt Heidelberg schenkte Weysser besondere Aufmerksamkeit. Hier lebte er von 1880 bis 1884 und von 1894 an bis zu seinem Tod 1904. In insgesamt 96 Gemälden hielt der Künstler Ansichten der Stadt fest, einige nehmen Detailansichten des Schlosses zum Hauptthema. Hinzu kommen mehr als 100 Zeichnungen und Studien. Das nebenstehende Weysser-Gemälde des Heidelberger Schlosses zeigt den Schlosshof mit Blick auf Friedrichsbau, Gläsernen Saalbau und Ottheinrichsbau. Die Ansicht dokumentiert den Zustand in den 1860er-Jahren. Eine Zeit, in welcher der Denkmalpflege wachsende Bedeutung zukam.