Romantik pur: Die berühmteste Ruine der Welt

Schloss Heidelberg

Repräsentative Residenz in der Kurpfalz

Das Schloss und

der Garten

Schloss Heidelberg ist wohl die berühmteste Ruine der Welt. Steil über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls, inmitten grüner Wälder, erhebt sich die Schlossruine aus rotem Neckartaler Sandstein. Mit ihrer Silhouette dominiert sie das Bild der Altstadt von Heidelberg.

Gemälde von Schloss Heidelberg mit dem Hortus Palatinus, Jacques Fouquières, Öl auf Leinwand, 1620; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Lutz Hecker

Schloss Heidelberg mit Gartenanlage.

Stolze Residenz der Kurfürsten von der Pfalz

Im 13. Jahrhundert errichteten die Pfalzgrafen bei Rhein und späteren Kurfürsten oberhalb von Heidelberg ihre erste Residenz. Aus der befestigten mittelalterlichen Burg entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte ein repräsentatives Schloss. Heute zählt Schloss Heidelberg mit seinen Renaissance-Palästen zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen in Deutschland. Höhepunkt kurpfälzischer Baukunst ist die Anlage des berühmten Schlossgartens „Hortus Palatinus“ zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Ansicht des Krautturms von Schloss Heidelberg; Ansicht des Krautturms von Schloss Heidelberg;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Der gesprengte Krautturm.

Zerstörung durch Krieg und Naturgewalten

Im 17. Jahrhundert wurde die Pfalz in den Dreißigjährigen Krieg und in den Pfälzischen Erbfolgekrieg verwickelt. Französische Truppen sprengten in mehreren Anläufen die mächtigen Mauern. Die Kurfürsten verloren im 18. Jahrhundert das Interesse an dem stark beschädigten Schloss und verlegten ihre Residenz nach Mannheim. Die notdürftig reparierten Schlossgebäude verfielen zusehends und brannten 1764 nach zwei Blitzeinschlägen aus.

Lithografie von Schloss Heidelberg, Deroy nach Zeichnung von Bachelier, 1844; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Stimmungsvolles Ambiente als Gemäldevorlage.

Schloss Heidelberg – Symbol für Romantik

Für Reisende, Maler und Poeten waren um 1800 die malerisch über dem Neckar gelegenen Überreste von Schloss Heidelberg der Inbegriff einer romantischen Ruine. In Gedichten, Liedern und Bildern verewigten sie das stimmungsvolle Denkmal. Nur langsam entwickelte sich auch ein Bewusstsein, die geschichtsträchtige Schlossruine zu erhalten. Eine wichtige Rolle spielte dabei der im deutschen Exil lebende französische Graf Charles de Graimberg. 

Der Friedrichsbau von Schloss Heidelberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Der wieder aufgebaute Friedrichsbau.

Wiederaufbau der Ruine zum Märchenschloss?

Um 1900 entbrannte der sogenannte „Schlossstreit“: Fachleute diskutierten heftig einen möglichen Wiederaufbau von Schloss Heidelberg. Ein mächtiges Schloss, zerstört und aus dem Dornröschenschlaf zu alter Pracht wiedererweckt, traf den Geschmack vieler Zeitgenossen. Doch die Vertreter der Denkmalpflege setzten sich letztendlich durch. Man entschied sich für das „Bewahren“ des Schlosses als Ruine. Nur der Friedrichsbau wurde im Stile des Historismus ergänzt und wieder eingerichtet.

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