Ansicht des Ottheinrichsbaus von Schloss Heidelberg

Ein Palast der Superlative

Der Ottheinrichsbau

Der Ottheinrichsbau in Schloss Heidelberg gilt als einer der schönsten und frühesten Palastbauten der deutschen Renaissance. Prächtige Skulpturen zieren seine Fassade. Im Inneren haben sich faszinierende Zeugnisse der hochwertigen Ausstattung erhalten.

Ottheinrich von der Pfalz, Gemälde von Barthel Beham, 1535; Foto: wikipedia_gemeinfrei

Der Auftraggeber.

Grandiose Architekturschöpfung

Der ursprünglich viergeschossige Bau beherbergte Wohnräume, ein Audienzzimmer, den sogenannten „Herrensaal“ und einen großen Festsaal, den „Kaisersaal“. Kunstvoll gestaltete Türgewände, Säulenschäfte und ein mächtiger Kamin aus Sandstein bezeugen die einst prunkvolle Ausstattung. Kurfürst Ottheinrich (1502–1559) ließ das prachtvolle Gebäude in seiner kurzen Regierungszeit zwischen 1556 und 1559 erbauen. Sein Nachfolger Friedrich III. vollendete den Palast zehn Jahre später.

Ansicht des Ottheinrichsbaus von Schloss Heidelberg

Detailreicher Fassadenschmuck.

Schaufassade mit Regierungsprogramm

Den aufwendigen Figurenschmuck an der prächtigen Schaufassade schuf der flämische Bildhauer Alexander Colin (1526–1612). Das Selbstverständnis des Herrschers und sein politisches Programm wurden hier in Stein verewigt. So stehen antike Helden und römische Kaiser für Ottheinrichs militärische und politische Macht. Aber auch die christlichen Tugenden, über die ein Herrscher verfügen sollte, sind figürlich abgebildet. Im zentralen Portalgiebel hat sich Bauherr Ottheinrich selbst darstellen lassen.

Figur an der Hoffassade des Ottheinrichsbaus von Schloss Heidelberg
Herkulesfigur an der Hoffassade des Ottheinrichsbaus von Schloss Heidelberg
Samsonfigur an der Hoffassade des Ottheinrichsbaus von Schloss Heidelberg

David, Herkules und Samson an der Schaufassade des Ottheinrichsbaus.

Besucher von Schloss Heidelberg

Die originalen, überlebensgroßen Figuren stehen heute geschützt.

Ein Ort für wertvolle Figuren

Überraschend ist der Blick durch die leeren Fenster des Obergeschosses in den blauen Himmel. Das einst zweigiebelige Dach war seit der Sprengung des Schlosses durch die Franzosen 1693 beschädigt und wurde durch einen Blitzschlag 1764 ganz zerstört. Nur das Erdgeschoss wurde im 20. Jahrhundert durch eine Bedachung gesichert. Die Originalskulpturen der Fassade stehen heute aus konservatorischen Gründen in den Sälen. Sie können im Rahmen von Sonderführungen ganz aus der Nähe bewundert werden.

Schloss Heidelberg, Ottheinrichsbau; Foto: Petra Schaffrodt

Ein Blitzschlag zerstörte 1764 den Bau.

Innenansicht des Deutschen Apothekenmuseums

Blick ins Deutsche Apothekenmuseum

Historisches Ambiente für Ausstellungen und Veranstaltungen

Heute werden Kaiser- und Herrensaal im Ottheinrichsbau hauptsächlich für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Im Untergeschoss befindet sich seit 1958 das Deutsche Apothekenmuseum. Im Schlossticket inklusive ist der Besuch dieser interessanten Ausstellung zur Geschichte der Pharmazie.

Feiern Sie stilvoll im Schloss Heidelberg! Kaisersaal und Herrensaal begeistern mit einzigartig historischem Ambiente. Die Schlossverwaltung berät Sie gerne.

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Ausstellung: Deutsches Apothekenmuseum

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