Maltesergraben des Heidelberger Schlosses

Faszinierendes Fenster in die Erdgeschichte

Geotop des Jahres 2016

Schloss Heidelberg, das meistbesuchte historische Monument in Baden-Württemberg, birgt viele Schätze. Einer davon ist eine geologische Besonderheit aus dem Erdaltertum. Dieser geologische Aufschluss wurde vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zum „Geotop des Jahres 2016“ ernannt.

Maltesergraben; Foto: Petra Schaffrodt

Maltesergraben in der Schlossanlage.

Geotope: Fenster zur Vergangenheit

Als Geotope werden Bildungen der unbelebten Natur bezeichnet, die als „Fenster in die Erd­geschichte“ Aufschluss über die Entwicklung der Erde und des Lebens geben können. Neben Steinbrüchen oder Natursteinklippen sind dies beispielsweise besondere Landschaftsformen, Fossilfundstätten oder auch Einschlagkrater von Meteoriten. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zeichnet jährlich ein „Geotop des Jahres“ aus.

Maltesergraben; Foto: Petra Schaffrodt

Die Steilwand besteht aus unterschiedlichen Schichten.

Besondere geologische Formation

Die Steilwand im Maltesergraben gibt einen ungewöhnlich klaren Blick in die Erdgeschichte frei. Hier treffen zwei geologische Schichten aufeinander: An der Basis tritt der verwitterte Heidelberger Granit aus dem Erdaltertum (340 Millionen Jahre alt) zutage. Darauf wurden in der Permzeit (vor 290 Millionen Jahren) Schuttströme aus Sand, Geröll und vulkanischen Auswurfmassen abgelagert. Am Übergang der beiden Gesteinsschichten, die durch Verwitterungsvorgänge besonders herausgebildet ist, ist die ehemalige Landoberfläche aus der Permzeit besonders gut erkennbar.

Geotop selbst erkunden

Die Steilwand im Maltesergraben ist das Ziel von vielen Geologen und an Geologie Interessierten. Besucher können sich an einer Infotafel vor Ort sowie mit einer eigens aufgelegten Broschüre über die Entstehung und Bedeutung des Ortes sowie seine Einbindung in das Ensemble des Heidelberger Schlosses informieren. Die Steilwand ermöglicht jedoch nicht nur einen Blick auf die 290 Millionen Jahre alte Landoberfläche aus der Permzeit, sie ist zudem ein besonders geschütztes Biotop; ein Rückzugsort für seltene Tiere wie etwa den Feuersalamander.

Maltesergraben; Foto: Petra Schaffrodt

Eine Infotafel vor Ort erläutert die geologischen Zusammenhänge.

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