Truly romantic: the world-famous ruins

Heidelberg Palace

Ausschnitt aus dem Titelbild; Foto: Johannes A Lasco-Bibliothek, Emden
Von der Kurpfalz in die Welt

Der „Heidelberger

Katechismus“

Im Auftrag von Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz entstand 1563 der „Heidelberger Katechismus“: Als eine der bedeutendsten Bekenntnisschriften der reformierten Kirche fand er nach seiner Anerkennung auf der Dordrechter Synode im Jahr 1618/19 weltweite Verbreitung.

Porträt Zacharius Ursinus; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Ursinus führte die Auftragsarbeit aus.

Eine einheitliche Lehre für die Kurpfalz

Kurfürst Friedrich III. initiierte mit seinem Auftrag an Zacharias Ursinus, einen Schüler Phillipp Melanchthons, die Anfertigung des „Heidelberger Katechismus“. Er wollte damit die Reformationsbemühungen seiner Vorgänger fortführen. Zugleich hoffte er, die Streitigkeiten, die es in der Kurpfalz zwischen den verschiedenen Richtungen der Reformation gab, durch eine einheitliche Lehre zu schlichten. Die erste Ausgabe erschien im Frühjahr 1563 unter dem Namen „Catechismus oder christlicher Vnderricht, wie der in Kirchen vnd Schulen der Churfürstlichen Pfaltz getrieben wirdt“.  

Kurfürst Friedrich III., Figur am Friedrichsbau des Heidelberger Schlosses; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Der Kurfürst sorgte sich um den Glauben in der Kurpfalz.

Verbreitung der Lehre

Die dritte Auflage des „Katechismus“ wurde im November 1563 in die kurpfälzische Kirchenordnung aufgenommen und ist deshalb auch die am häufigsten erschienene Auflage. Für die gesamte Kurpfalz galt nun diese neue Ordnung. Doch das Ziel von Friedrich III., in seinem Machtbereich eine einheitliche Lehre zu verankern, scheiterte an der mangelnden Bereitschaft in der Oberpfalz. Dafür fand der „Heidelberger Katechismus“ durch Mission, Handel und Auswanderung in anderen Herrschaftsgebieten eine rasche Verbreitung.

Die Dordrechter Synode (1618/19), Stich aus dem 17. Jahrhundert; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

In Dordrecht nahm man den „Heidelberger Katechismus“ an.

Anregungen für die reformierten Gläubigen

1618/19 erklärte die Nationalsynode von Dordrecht den „Heidelberger Katechismus“ zum neuen Bekenntnis- und Lehrbuch der reformierten Kirche. Die vielen zitierten Bibelstellen sollen zum eigenständigen Bibelstudium und zu eigenem Denken anregen und das Evangelium zum Ausdruck bringen. Noch heute stößt er auf Kritik und Zustimmung, er veranlasst die Menschen zu immer neuen Fragen und Antworten.

Blick über Schloss Heidelberg ins Neckartal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

Von Heidelberg aus in die Welt.

Kleines Buch mit grosser Wirkung

Der „Heidelberger Katechismus“ besaß schon zu seiner Entstehungszeit eine große Wirkung: Er wurde innerhalb weniger Jahrzehnte zum bedeutendsten Unterrichtsbuch der reformierten Christen. Nach der Dordrechter Synode verbreitete sich das Buch weltweit – ein Symbol des Aufbruchs und der Veränderung in Europa, Amerika und Asien. Noch heute bestimmt der „Heidelberger Katechismus“, inzwischen in über 40 Sprachen übersetzt, das Leben von mehr als 20 Millionen Menschen.

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Über Kreuz