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Romantik pur: Die berühmteste Ruine der Welt
Schloss Heidelberg
Besucher in Schloss Heidelberg

Sagenumwobenes SchlossMeilensteine

Schloss Heidelberg war jahrhundertelang der repräsentative Stammsitz der Kurfürsten von der Pfalz. Seine Geschichte führt von der wehrhaften Burg über das prunkvoll-mächtige Schloss bis zur heute weltweit bewunderten Ruine.

Porträt des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, Gemälde von Heinrich Carl Brandt, um 1791

Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz wurde 1777 Kurfürst von Bayern.

Ein besonderes Verhältnis: Pfalz und Bayern

Immer wieder kam es zu politischen Krisen, wenn ein Kurfürst ohne Erben verstarb. Dann ging die Regentschaft mehrfach auf eine Seitenlinie über. So geschah es auch 1777: Durch Verträge erbten die Pfälzer Wittelsbacher, die in Schloss Heidelberg gelebt hatten, von ihren Vettern das Herzogtum Bayern. Die neue Residenz war nun in München. 1806 stellten die Pfälzer den ersten bayerischen König. Die Kurpfalz mussten sie 1803 an das Haus Baden abtreten.

Luftansicht über den Graben auf das Gebäudeensemble von Schloss Heidelberg

Das Schloss – einst ein prächtiger Fürstensitz.

Eine wehrhafte Burg wird zum prächtigen Schloss

Als bedeutende Fürsten im Heiligen Römischen Reich benötigten die Pfälzer Wittelsbacher eine standesgemäße Residenz in ihren Stammlanden am Rhein. Oberhalb von Heidelberg wurde daher zunächst eine wehrhafte Burg errichtet. Gestiegene Bedürfnisse nach Repräsentation und moderner Wohnkultur führten zum beständigen Ausbau. Befestigungen wurden umfunktioniert. Dafür entstanden Wohnpaläste mit prächtigen Schaufassaden. Die Burg wandelte sich zum Schloss.

Porträt des Kurfürsten Carl Philipp von der Pfalz, von J. Ph. van der Schlichten (1729)

Kurfürst Carl Philipp zog 1720 nach Mannheim.

Was tun mit dem alten Gemäuer?

Durch Zerstörungen in Kriegen wie dem Pfälzischen Erbfolgekrieg und durch Blitzeinschläge war das Schloss als Residenz kaum nutzbar. Außerdem hätte es als Renaissance-Schloss dem Geschmack der Zeit nicht entsprochen. Daher verlegte Kurfürst Carl Philipp schließlich seine Residenz nach Mannheim. Hier entstand ein riesiges, zeitgemäßes Schloss im Barockstil. Damit ließ sich bei den europäischen Herrschern Eindruck machen. Doch das alte Gemäuer wurde 80 Jahre später wieder modern: In der Romantik entdeckten Künstler die malerische Schlossruine. 

Zentrum der Macht und Quelle der Inspiration

Bedeutende Kurfürsten prägten durch ihre Geisteshaltung, Bündnisse oder Kriege die Geschichte des Reiches. Andere Schlossbewohner leben weiter in Anekdoten und Legenden. Schloss Heidelberg war und bleibt faszinierend: Als romantische Schlossruine inspirierte Heidelberg unzählige Künstler. Pläne zum Wiederaufbau als Nationaldenkmal wurden nicht umgesetzt. Heute genießen Besucher aus aller Welt den besonderen Zauber.

Schloss Heidelberg, Gemälde von Hubert Sattler, um 1900

Hubert Sattler hielt die Schlossruine um 1900 in einem Gemälde fest.

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