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Romantik pur: Die berühmteste Ruine der Welt
Schloss Heidelberg

Freitag, 17. Juli 2020

Schloss Heidelberg | Allgemeines Kurfürst Carl Theodor und der Blitzableiter: historisches Vorbild bei „Heldenhaft2020“

Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert sind Schlösser und andere herausragende Bauwerke in der Kurpfalz vor Blitzeinschlägen geschützt. Der „Hemmer‘sche Fünfstern“ sorgt seither für den nötigen Schutz. Der erste dieser Blitzableiter wurde am 17. Juli 1776 auf dem Dach von Schloss Schwetzingen montiert. Auftraggeber war Kurfürst Carl Theodor. Nach vielen verheerenden Bränden – nicht zuletzt dem des Heidelberger Schlosses – veränderte der aufgeklärte Herrscher mit dieser kleinen Maßnahme seine Welt und gab ihr mehr Sicherheit. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg erinnern an diesen tatkräftigen Landesherrn im Rahmen ihrer Heldenaktion für alle. Mit vier historischen Heldinnen und Helden aus der Geschichte des Landes verbindet sich die Frage: „Wer ist für Sie heute heldenhaft?“ Wer dabei an einen Menschen aus der eigenen Umgebung denkt, der oder die in Coronazeiten Gutes getan hat oder neue Ideen entwickelt hat, kann sich per Mail (heldenhaft2020@ssg.bwl.de) oder Post bei den Staatlichen Schlösser und Gärten melden – und Heldin und Held 2020 erhalten eine von 2020 Schlosscards als Geschenk und Dankeschön.

KURFÜRST CARL THEODOR UND DER FORTSCHRITT 

In schwierigen Situationen kann man unterschiedlich reagieren. Eine Möglichkeit: mit klarem Kopf nach einer Lösung suchen. Blitze und Unwetter waren oft der Grund für große Brandkatastropen – nicht zuletzt in der Kurpfalz. Spektakulärer Fall: 1764 hatte etwa ein Gewitter das Heidelberger Schloss in Brand gesetzt, das damit vollends zur Ruine geworden war. 1769 traf es den Schwetzinger Marstall. Solche Blitzeinschläge waren Naturkatastrophen gegen die es keine Hilfe gab.

 

AM 17. JULI BEGINNT DIE MONTAGE IN SCHWETZINGEN

Kurfürst Carl Theodor, ein Förderer der Wissenschaften, beschäftigte schon seit 1760 den Naturforscher und Jesuitenpater Johann Jakob Hemmer (1733–1790). Hemmer experimentierte im Mannheimer Schloss nach dem Vorbild des Amerikaners Benjamin Franklins mit elektrischer Ladung und Entladung. Und von Franklin stammte auch die wegweisende neue Idee, der Brandgefahr durch den Blitzeinschlag nicht mehr nur durch Hoffen und Beten, sondern naturwissenschaftlich zu begegnen. Kurfürst Carl Theodor folgte dem Rat des Jesuitenpaters Hemmer, alle Schlösser und Pulvertürme in der Kurpfalz mit Blitzableitern zu versehen. Am 17. Juli begann die Montage des ersten „Hemmer‘scher Fünfsterns“, so wurde der Blitzableiter genannt, auf den Dächern des Schwetzinger Schlosses. Dort ist er heute noch zu sehen.

 

HELD ODER HELDIN 2020 GESUCHT

Auf die historischen Vorbilder baut jetzt die Aktion „Held oder Heldin 2020 gesucht“ auf. Die Staatlichen Schlösser und Gärten fragen ihre Gäste: Wer ist für Sie heute eine Heldin oder ein Held? Wer hat sich in Coronazeiten heldenhaft verhalten? Wer hat das Beste aus der Krise gemacht und eine neue Idee entwickelt? Wer einer persönlichen Heldin oder einem Helden ein Dankeschön widmen will und eine Freude machen, kann sich per Mail heldenhaft2020@ssg.bwl.de oder per Post bei den Staatlichen Schlösser und Gärten melden. Die ausgwählte Person erhält dann als Geschenk eine Schlosscard. Das Gutscheinheft öffnet die Tore von 26 Schlössern, Klöstern und Gärten und gilt ab dem ersten Besuch ein Jahr lang. Und die gesamte Aktion ist interaktiv und partizipativ angelegt: Alle sind eingeladen, von den Heldinnen und Helden zu erzählen, die sie beschenken wollen – und sie damit in die neue „Heldengalerie 2020“ bei Facebook oder Instagram unter #heldenhaft2020 aufnehmen zu lassen.

 

DER HISTORISCHE HINTERGRUND

Mit der Aktion „Held oder Heldin 2020 gesucht“ knüpfen die Staatlichen Schlösser und Gärten knüpfen an die Biographien von vier historischen Personen an, die an schwierigen Punkten der Geschichte ihr Leben und ihre Aufgaben meistern mussten – und jede steht für ein Datum. „Heldin 1689“ ist Liselotte von der Pfalz, die sich auch in schwierigen Situationen nicht scheute, zu sagen, was sie richtig fand – oder auch grundfalsch, wie etwa den Angriff ihres Schwagers Ludwig XIV. auf die Pfalz, ihre Heimat. „Held 1780“ ist Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz, der die Wissenschaften förderte – unter anderem gehen so wichtig Alltagsdinge wie der Blitzableiter auf seine Einwirkung zurück. „Heldin 1818“ ist Königin Katharina von Württemberg, die sich in der Not sozial engagierte und außerdem die erste höhere Schule für Mädchen gründete. Der „Held 1819“ ist der württembergischen König Wilhelm I., unter dessen Regierung das Land eine konstitutionelle Monarchie, ein Staat mit Verfassung, wurde, außerdem schaffte er die Leibeigenschaft ab, förderte die Landwirtschaft und schuf das Cannstatter Volksfest.

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