Dienstag, 13. September 2016

Schloss Heidelberg | Allgemeines DER SCHLOSSGARTEN ALS BIOTOP. AMPHIBIEN

Schloss Heidelberg ist vieles: bedeutendes Geschichtszeugnis, Meisterwerk der Architektur, Touristenmagnet – und es hat noch eine andere Seite. Die Ruine ist bei schützenswerten Tierarten mindestens so beliebt wie bei den menschlichen Besuchern. Neben den Fledermäusen hat hier auch der seltene gelb-schwarz leuchtende Feuersalamander ein Habitat gefunden. Jetzt wurde der Heidelberger „Schlossdrache“ zur „Amphibie des Jahres“ 2016 gewählt. Die Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur in den Monumenten des Landes wird von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg ernst genommen. Es gilt, den Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu erhalten.

Der Schlossgarten als Biotop: Amphibien – „Schätze der Natur“

Schloss Heidelberg ist vieles: bedeutendes Geschichtszeugnis, Meisterwerk der Architektur, Touristenmagnet – und es hat noch eine andere Seite. Die Ruine ist bei schützenswerten Tierarten mindestens so beliebt wie bei den menschlichen Besuchern. Neben den Fledermäusen hat hier auch der seltene gelb-schwarz leuchtende Feuersalamander ein Habitat gefunden. Jetzt wurde der Heidelberger „Schlossdrache“ zur „Amphibie des Jahres“ 2016 gewählt. Die Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur in den Monumenten des Landes wird von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg ernst genommen. Es gilt, den Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu erhalten.

FLORA UND FAUNA IM EINKLANG
Mit den drei großen Wasserbecken im Schlossgarten, die als Laichgewässer fungieren, und dem schattigen und bewaldeten Berghang bietet das Schlossareal einen idealen Lebensraum für Amphibien. Feuersalamander, Erdkröten, Bergmolche und Grasfrösche fühlen sich im Schlossgarten ausgesprochen wohl. So kommt es, dass der Schlossgarten die höchste Populationsdichte an Feuersalamandern im ganzen Bereich Heidelberg hat – und das bedeutet: Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg stehen in der Verpflichtung, für die Erhaltung und den Schutz des überlebenswichtigen Habitats zu sorgen. „Der Naturschutz und die Erhaltung der Biotope in den historischen Monumenten sind in den letzten Jahren zunehmend als eine wichtige Aufgabe erkannt worden“, erklärt Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten. „In Heidelberg wie auch in anderen Monumenten suchen wir daher immer das regelmäßige Gespräch mit allen Institutionen des Naturschutzes, um das optimale Vorgehen abstimmen zu können.“ Auf dem Heidelberger Schlossareal leben neben Amphibien auch mehrere Fledermausarten, seltene Steinkäuze, viele Singvögel, Eichhörnchen sowie Groß- und Kleinlibellen.

AMPHIBIEN IN IHREM BIOTOP BEOBACHTEN
Passend zum Themenjahr „Welt der Gärten 2016“ der Staatlichen Schlösser und Gärten beteiligt sich der Naturschutzbund in Heidelberg mit Nachtführungen durch den Schlossgarten. Zu sehen bekommt man den stark gefährdeten Feuersalamander, den man hauptsächlich im Sommer antrifft. Bei Temperaturen unter 10 Grad halten die nachtaktiven Lurche Winterruhe. Die aktuellen Aktivitäten dieser Amphibien wird man bei einem nächtlichen Rundgang durch den Schlossgarten mit dem Thema „Tiere der Nacht“ sehr gut beobachten können, und dabei einiges über die jeweiligen Arten, deren Lebensraumansprüche und die jahreszeitlich unterschiedlichen Aktivitäten erfahren. Schwerpunktthema ist in diesem Jahr natürlich der „Schlossdrache“.

DER HEIDELBERGER „SCHLOSSDRACHE“
Feuersalamander sind Wirbeltiere, die zur Klasse der Lurche gehören. Zwei Unterarten existieren, die sich daran erkennen lassen, dass die eine Art gestreift und die andere gefleckt ist. In Heidelberg und im Rhein-Main-Gebiet kommen beide Unterarten sowie auch Mischformen vor. Ansonsten gleichen sich die „Schlossdrachen“ in ihrer glatten Haut, die meist schwarz und mit auffallenden leuchtend gelben Linien oder mit roten Flecken geschmückt ist. Ausgewachsene Feuersalamander können auch noch nach vielen Jahren eindeutig identifiziert werden, da ihre individuelle Fleckenzeichnung so einmalig ist wie der Fingerabdruck eines Menschen. Von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde wurde der Feuersalamander zur Amphibie des Jahres 2016 gekürt.

DER „FEUER-DRACHE“ ALS MYTHOS
Der Salamander hat einen legendären Ruf: In früheren Jahrhunderten nahm man an, dass er dank seiner inneren Kälte im Feuer überleben könne. Grund dafür war vielleicht, dass sich die Tiere im Winter unter dem Reisig versteckten. Beim Anzünden an der Feuerstelle krochen die aus der Winterruhe aufgestörten Feuersalamander aus dem Holz – und verleiteten die Menschen zum Aberglauben, dass sie im Feuer überlebten. Aus dieser mythischen und auch alchemistischen Tradition stammt der Name Feuersalamander.

EINE STARK BEDROHTE ART
In Deutschland gibt es immer weniger Bereiche, die den Feuersalamandern langfristig einen geeigneten Lebensraum sichern können. Aktuell werden Salamander und Molche von einem tödlichen Hautpilz bedroht, der für den Menschen ungefährlich ist. Aber auch im Schlossgarten kommt es immer wieder zu erheblichen Schäden des Habitats durch Vandalismus. So müssen etwa immer wieder zerbrochene Flaschen und Verpackungen, gefährliche Hindernisse für die Lurche, von den Gärtnern aufgesammelt werden.

SERVICE
„Tiere der Nacht“. Nächtlicher Rundgang durch den Schlossgarten.
Referentin: Christel Pietsch, NABU Heidelberg, Arbeitskreis Amphibien

TERMINE
Samstag, 17. September 2016, 20.30 Uhr
Samstag, 24. September 2016, 20.30 Uhr

TREFFPUNKT
Besucherzentrum

PREIS
pro Person 3,00 €

max. 10 Teilnehmer möglich
Anmeldung (erforderlich) unter +49 (0) 62 21 . 65 888-0

KONTAKT
ServiceCenter Schloss Heidelberg
69117 Heidelberg
Telefon +49 (0) 62 21 . 65 888-0
Email <link>service@schloss-heidelberg.com

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