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Schloss Heidelberg
Romantik pur: Die berühmteste Ruine der Welt

Dienstag, 3. Februar 2026

Schloss Heidelberg | Allgemeines Spiegelverkehrt, aber unverkennbar: Sebastian Münsters Holzschnitt zeigt Schloss und Stadt vor 500 Jahren

Die Neckarbrücke, die Heiliggeistkirche und das Schloss hoch über der Stadt – alles auf einem jahrhundertealten Bild: Der Holzschnitt des Humanisten Sebastian Münster von 1526 feiert in diesem Jahr sein 500. Jubiläum. Die Ansicht der Stadt war Teil seines „Calendarium Hebraicum“, das im darauffolgenden Jahr publiziert wurde. Es galt lange Zeit als älteste Ansicht Heidelbergs.

Ein unverkennbares Stadtbild

Jede Heidelbergerin und jeder Heidelberger erkennt schnell, welche Stadt auf dem Bild zu sehen ist – obwohl die Grafik 500 Jahre alt ist und die Jahrhunderte nicht spurlos an der Stadt vorbeigegangen sind. Die Brücke über den Neckar und die Tortürme sind markant und lassen bereits die heutige Alte Brücke erahnen. Klar auszumachen sind außerdem zwei Wahrzeichen: die Heiliggeistkirche und natürlich Schloss Heidelberg, das stolz über der Stadt thront. An der Residenz der Kurfürsten finden Baumaßnahmen statt. Der Dicke Turm mit seiner bis zu sieben Meter festen Mauer wird gerade errichtet, ein Kran befördert Baumaterial in die Höhe. Ein Blick in den Fluss bestätigt schließlich die Vermutung. Dort steht das Wort „Heidlberg“ geschrieben. 

Heidelberg im Jahr 1526

Für etwas Irritation sorgen allerdings zwei Punkte: Zum Ersten ist die Stadt spiegelverkehrt – was jedoch auf die Technik des Holzschnitts zurückzuführen ist. Zum Zweiten ist über dem im Bau befindlichen Schloss noch ein weiteres, höhergelegenes Gebäude zu sehen. Dabei handelt es sich um die „Obere Burg“, die sich auf Höhe der Molkenkur befand. Heute sind von dieser ersten Burg und Pfalzgräflichen Residenz nur noch wenige Spuren erhalten. Ein Blitz entzündete 1537 das dort gelagerte Pulver und zerstörte die Höhenburg. Lange Zeit galt die Darstellung als die erste Ansicht Heidelbergs. Sie ist in Sebastian Münsters „Calendarium Hebraicum“ zu finden. Das Werk wurde 1527 publiziert und bietet eine Sammlung jüdischer Texte zur Zeitrechnung. Der Holzschnitt selbst ist jedoch etwas älter, er entstand vermutlich 1526 – vor genau 500 Jahren. 

Zwischen Orden, Universität und Reformation

Der Urheber des Holzschnitts ist der Humanist Sebastian Münster. 1488 wurde er in Ingelheim am Rhein geboren. Der Sohn des Kirchenpflegers und Spitalmeisters trat 1505 in Heidelberg dem Franziskanerorden bei. Schnell erkannte man sein Talent für Sprachen. Seine Studien vertiefte und erweiterte er über die Jahre. Dabei lernte er auch Städte wie Freiburg im Breisgau und Tübingen kennen. 1518 lehrte Sebastian Münster an der Ordenshochschule in Basel, bevor ihn sein Weg drei Jahre später nach Heidelberg führte. 1524 bekleidete er dort die Professur für Hebräisch an der Universität. Fünf Jahre später trat er aus seinem Orden aus und ging nach Basel an die dortige Hochschule, wo er 1547 Rektor wurde. In der Schweizer Stadt konvertierte er vom Katholizismus zum Protestantismus und heiratete 1530 Anna Selber, mit der er eine Familie gründete. 1552 später verstarb Sebastian Münster. Bekannt ist der Gelehrte heute vor allem noch für seine ‚Cosmographia‘, seine Weltbeschreibung. Das Werk präsentiert in sechs Büchern die Länder Europas, Asiens und Afrikas. 

Neben Mainz und Köln gelegen 

Eine ältere Darstellung Heidelbergs als die von Sebastian Münster ist erst seit dem Jahr 2000 bekannt. Sie ist jedoch sehr allgemein gehalten. In einer Ausgabe der Goldenen Bulle für Kaiser Karl IV. aus dem Jahr 1485 – das Dokument bestimmte das Verfahren zur Wahl des römisch-deutschen Königs – ist Heidelberg neben Mainz und Köln zu sehen und wirkt nur einen Steinwurf entfernt. Sebastian Münsters Darstellung von Heidelberg ist dagegen deutlich konkreter.

 

Service und Information 

Schloss Heidelberg
Öffnungszeiten
Schlosshof, Altan und Fasskeller
Mo – So, Feiertag 09.00 – 18.00 Uhr (letzter Einlass um 17.30 Uhr)

Schlossinnenräume
Die Innenräume sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. 
3. November bis 27. März
Mo – Fr 11.00, 12.00, 14.00 und 15.00 Uhr
Sa, So, Feiertag 11.00 – 15.00 Uhr stündlich

28. März bis 1. November
Mo – Fr 11.00 –16.00 Uhr stündlich
Sa, So, Feiertag 10.00 – 16.00 Uhr stündlich

Preise
Schlossticket
Erwachsene 11,00 €
Ermäßigte 5,50 €

Führung
Zusätzlich zum Schlossticket
Erwachsene 6,00 €
Ermäßigte 3,00 €
Familien 15,00 €

Hinweis
Das Schlossticket beinhaltet die Hin- und Rückfahrt mit der unteren Bergbahn (Kornmarkt/ Schloss / Molkenkur), den Schlosshofeintritt, die Besichtigung des Großen Fasses sowie den Eintritt in das Deutsche Apotheken-Museum.

 

Kontakt

Schlossverwaltung Heidelberg

Schlosshof 1
69117 Heidelberg
+49(0)62 21.53 84-0
info@schloss-heidelberg.de

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Imposantes Ensemble

Bildnachweis

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

Technische Daten

JPG, 2600x1735 Pxl, 0.56 MB