Romantik pur: Die berühmteste Ruine der Welt

Schloss Heidelberg

Außenansicht von Schloss Heidelberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl
Für rauschende Feste geeignet

Heidelberger Festsäle

Jeder Kurfürst von der Pfalz ließ sich in der Schlossanlage einen eigenen Residenzbau errichten. Wesentlicher Bestandteil eines Residenzgebäudes war der große, repräsentative Festsaal – Statussymbol, Machtdemonstration und prachtvoll ausgestatteter Schauplatz vieler Feste in einem.

Innenansicht des Königssaals im Frauenzimmerbau von Schloss Heidelberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Der Königssaal im Frauenzimmerbau.

Ein erster Repräsentationsraum

Bis 1619 befand sich im Erdgeschoss des Frauenzimmerbaus die Hofstube. Dort nahm man die täglichen Mahlzeiten zu sich. Nach der Königswahl Friedrichs V. benannte man sie in „Königssaal“ um. Der Raum war der erste große Festsaal des Schlosses. Beeindruckend ist, dass der Wein über Leitungen direkt aus dem nebenan gelegenen Großen Fass in den Saal gepumpt werden konnte. Nach der Fertigstellung der Festsäle im Gläsernen Bau und im Ottheinrichsbau verlor der Königssaal seine Rolle als Repräsentationsraum der Kurfürsten. 

Detail des Gläsernen Saalbaus von Schloss Heidelberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Der Gläserne Saalbau, halb verdeckt vom Ottheinrichsbau.

Venezianischer Glanz in der Kurpfalz

Kurfürst Friedrich II. schuf sich mit dem Gläsernen Saalbau eine hochmoderne, repräsentative Residenz. Nach seiner Heirat mit Dorothea von Dänemark hoffte er auf den dänischen Königsthron und demonstrierte diesen Anspruch durch die Ausstattung seiner Residenz. Der Name des Gebäudes geht auf dessen eigentliche Attraktion zurück: Im Inneren befand sich ein prunkvoller Festsaal, der einst mit venezianischem Spiegelglas verziert war. Der erst später erbaute Ottheinrichsbau verdeckt das Gebäude zur Hälfte.

Innenansicht des Kaisersaals im Ottheinrichsbau von Schloss Heidelberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Der Kaisersaal mit allegorischen Standbildern.

Der Kaisersaal im Ottheinrichsbau

Der bekannteste Gebäudeteil des Heidelberger Schlosses ist der Ottheinrichsbau mit seiner prunkvollen Fassade – einer der frühesten Palastbauten der Renaissance in Deutschland. Im Inneren des Gebäudes, das Kurfürst Ottheinrich zwischen 1556 und 1559 errichten ließ, befanden sich Wohnräume, ein Audienzzimmer und ein großer Festsaal. Seinen Namen „Kaisersaal“ erhielt er offenbar, nachdem Kaiser Maximilian II. Heidelberg besucht hatte.

Innenansicht des Rittersaals im Ruprechtsbau von Schloss Heidelberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Der Rittersaal aus dem 15. Jahrhundert.

Der Rittersaal

Im Erdgeschoss des Ruprechtsbaus, der zu den ältesten Bauteilen des Schlosses zählt, liegt der Rittersaal. Dieser Raum weist noch die tief heruntergezogenen Kreuzgratgewölbe des 15. Jahrhunderts mit einer tragenden Mittelsäule auf. Der Saal ist mit Wappen in den Schlusssteinen des Gewölbes, Zierscheiben und einem Prunkkamin dekoriert. In die Wand ist außerdem ein Abfluss eingelassen, der den unmäßigen Trinkern als Spucknapf diente.

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