Ein Liebesbeweis aus Stein Das Elisabethentor

Der Legende nach schenkte Kurfürst Friedrich V. das fürstliches Prunkportal 1615 seiner Ehefrau Elisabeth Stuart zum Geburtstag: Das Elisabethentor ist das gebaute Zeichen seiner aufrichtigen Liebe. Bis heute erinnert das Tor an die harmonische Ehe des Fürstenpaares und die gemeinsame Zeit auf Schloss Heidelberg.

Kurfürst Friedrich V., Elisabeth Stuart und ihre Kinder

Kurfürst Friedrich V. und Elisabeth Stuart mit ihren zahlreichen Kindern.

EIN besonderes GESCHENK

Im Jahr 1615 erhielt Elisabeth Stuart angeblich das Elisabethentor als ganz besonderes Geburtstagsgeschenk. Kurfürst Friedrich V. ließ das prachtvoll gestaltete Bauwerk als Zugang zu ihrem privaten Lustgarten errichten. Erbaut wurde er von Salomon de Caus, dem Gestalter des Heidelberger Schlossgartens, des „Hortus Palatinus“. Der Legende nach wurde das Elisabethentor in der vorhergehenden Nacht aus Einzelteilen zusammengesetzt ‒ und am nächsten Tag als Präsent übergeben.

SYMBOL EINER GROSSEN LIEBE

Über dem Torbogen findet sich die Widmung „meiner vielgeliebten Gemahlin“. Dort sind auch Flora und Pomona zu sehen, die römischen Göttinnen der Blumen und Früchte: Mit ihren Gaben huldigen sie der Kurfürstin Elisabeth Stuart. Der Überlieferung nach symbolisieren die Säulen des Tores die tiefe Liebe zwischen Friedrich und Elisabeth ‒ sie konnte frei und ungezwungen wachsen. Die vier Säulen des Tores sind als Baumstämme mit Ast- und Blätterwerk gestaltet, in denen Tierdetails eingearbeitet wurden.

Ein Geschenk aus Stein – und für die Ewigkeit.

NEUE EPOCHE, NEUER STIL

Das Kurfürstenpaar war angeblich entzückt, wenn es Frösche, Eidechsen und Eichhörnchen beim Betrachten des Tores im Astwerk der Säulen entdeckte. Das Überraschende, Ungeordnete, Verdrehte und Instabile ist typisch für den Manierismus: Am Übergang zum Barock war der neue Stil eine Abkehr von der Renaissance mit ihren strengen, auf Regelmäßigkeit und Ordnung bedachten Systemen. Heute wird das Elisabethentor als erster Bau auf Schloss Heidelberg im Stil des frühen Barock gesehen.

Salomon de Caus

Salomon de Caus: Gestalter des Heidelberger Schlossgartens

EIN STILVOLLES ZUHAUSE

Um seiner englischen Frau in Heidelberg ein angemessenes Leben zu ermöglichen, ließ Kurfürst Friedrich V. das Schloss um den „Englischen Bau“ erweitern und einen neuen Garten anlegen. Damit beauftragte er den englischen Hofarchitekt Salomon de Caus, der im Gefolge der Braut in die Neckarstadt kam. Vom Stückgarten, dem privaten Lustgarten von Elisabeth Stuart, genießt man damals wie heute einen fantastischen Blick auf die Stadt am Neckar. Durch den Garten führt eine Allee zum „Englischen Bau“.

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